Was mit mir passiert!!!

30 08 2007

Einigen von euch hatte ich ja erzählt, dass mein Chef am Dienstag eine Betriebsversammlung einberufen hatte. Da schon seit geraumer Zeit ein Unternehmensberater bei uns durchs Haus schleicht, wussten natürlich die meisten, dass es nicht so gut um die e-m-s steht. Zeitungsartikel und der Kurseinbruch unserer Aktie ließen daran keinen Zweifel mehr über.

Am Dienstag fanden sich nun die Mitarbeiter in vorgesehener Räumlichkeit zusammen. Alle warteten gespannt auf unseren Chef. Kurze Zeit später erschien er dann auch und ließ die Versammlung sehr angenehm beginnen. Nachdem er seine „Rede“ beendet hatte, überließ er das Wort unserem Unternehmensberater, der sich auch gleich zu Beginn mit bestimmten Äußerungen direkt ins Abseits schoß.

Es ging unter anderem darum, dass die e-m-s in nächster Zeit 4 Hürden hinter sich lassen müsse, um weiterhin bestehen zu können. Eine der Hürden wäre der Stellenabbau. Der Unternehmensberater mutmaßte also lächelnd über das doch sehr traurige Thema mit den Worten: „Wir müssen versuchen das Beste zu geben, denn wir möchten ja schließlich auch noch nächstes Jahr Spaß miteinander haben. Mittlerweile fühle ich mich so zu dieser Firma hingezogen, dass ich mit Herrn W. (Chefe) vereinbart habe, mit ins Boot einzusteigen… Trotzdem müssen wir uns von dem ein oder anderen verabschieden“. Und so weiter und so weiter. Toll dachten wir uns, damit er sich bei uns breitmachen kann, müssen mindestens zwei bis drei andere Angestellte gehen, MINDESTENS!!! Großes Tennis!!!

Jetzt aber zu mir. Mein Chef nannte am Dienstag ein paar Personen die „gefährdet“ seien, unter anderem auch mich, zwar nicht namentlich, aber doch sehr offensichtlich. Nun wurde ich gestern zu ihm gebeten. Mit einer Flasche Wasser machte ich mich dann auf den Weg zu ihm. Ich betrat das Büro und er lachte erstmal schallend. Was hat er denn?, fragte ich mich. „Sie bringen ja ihre eigenen Getränke mit. Haha. Das habe ich ja noch nie erlebt!“ Aha Herr W. sehr interessant. Er fragte mich danach ob ich mit dieser „Einladung“ gerechnet hätte und mit einer Kündigung. Beides konnte ich nur mit einem klaren JA beantworten, da ich eine der jüngsten im Haus bin und erst seit einem Jahr fest angestellt bin. Anschließend erzählte er mir, dass er ja wüsste, dass ich für das Partnerunternehmen 3L der e-m-s für drei Wochen gearbeitet hätte (anscheinend hat seine Tochter ein gutes Wort für mich eingelegt, die ist nämlich auch in dem Laden beschäftigt) und nun folgte sein Angebot: „Möchten Sie bei dem 3L Filmverleih tätig werden?“ meine Erwiederung war „In welcher Positiom?“ seine Antwort „Anstelle von Herrn B., dem Grafiker des 3L Filmverleihs“. Kurzzeitig klappte mir die Kinnlade auf die Oberschenkel. Sollte ich jetzt der Ausschlaggeber dafür sein, dass ein anderer Kollege wegen mir gehen muss?

Zu meiner Beruhigung habe ich gestern noch erfahren, dass Herr B. einen Zeitvertrag für 1 Jahr hatte, der jetzt wohl abgelaufen ist. Wenn alles gut geht bin ich also bald als Grafikerin für den 3L Filmverleih tätig. Gut für mich, dass ich endlich wieder meiner erlernten Arbeit nachgehen kann. Da habe ich wirklich Glück im Unglück gehabt. Meine Mama meinte nur zu mir, dass ich mich nicht selber immer so schlecht ansehen sollte, schließlich würden die ja einen Grund haben mich weiterhin haben zu wollen. Vielleicht kann ich mittlerwile wirklich mal etwas stolz auf mich sein. Das Küken geht nun seinen Weg!!!